Zeit spielt im Transportgewerbe eine große Rolle. Damit auf der Baustelle alles im Fluss bleibt, müssen Baustoffe rechtzeitig angeliefert werden.

Aber nicht nur Im Transportgewerbe ist Zeit wichtig. Kommt es im Straßenverkehr zu einem Unfall, so ist ebenfalls schnelle Hilfe notwendig. In der Medizin spricht man von der „Golden Hour of Shock“. Unfallopfer sollen möglichst spätestens nach einer Stunde einer Klinik zugeführt werden. Das geht nur, wenn Rettungskräfte auch schnell an die Unfallopfer herankommen.

Seit dem 14. Dezember 2016  ist die Rettungsgasse oder „Freie Gasse“, wie sie amtlich genannt wird, in § 11 Abs. 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt und für Autofahrer verpflichtend. Genau heißt es: „Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schritt­geschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden.“

Leider stellen die Hilfeleistungsorganisationen immer wieder fest, dass diese Regel den Autofahrern entweder unbekannt ist oder sie diese einfach ignorieren. Manch Autofahrer glaubt darüber hinaus, dass die Rettungsgasse erst gebildet werden muss, wenn sich ein Rettungsfahrzeug von hinten nähert. Wie man dem Gesetzestext jedoch entnehmen kann, ist das falsch.

Die LKW der Firma W. Gnutzmann – Dohrn und Eggers OHG aus Wattenbek sind täglich auf den Straßen unterwegs, um Kunden mit allen Baustoffen zu beliefern, die benötigt werden. Auch hier spielt Zeit und eine zuverlässige Lieferung eine wichtige Rolle. Jedoch ist den Geschäftsinhabern auch bewusst, dass eine zeitnahe Rettung von Unfallopfern wichtig ist. So sagt zum Beispiel Kristina Dohrn „Fast täglich hört man in den Nachrichten von schweren Unfällen und dass die Rettungskräfte Schwierigkeiten hatten an die Opfer heranzukommen, da eine Rettungsgasse fehlte. Das geht gar nicht“. Kai Eggers fügt hinzu „Unsere Fahrer sind so viele Stunden auf den Straßen unterwegs, da kann auch ihnen mal etwas passieren. Wir wünschen uns dann, dass ihnen schnell geholfen wird.“ Aus diesem Grund ist die Idee gekommen, auf einem LKW der Flotte auf die Rettungsgasse hinzuweisen.

Bei der Firma Gnutzmann arbeiten mehrere Mitarbeiter, die sich auch in Freiwilligen Feuerwehren engagieren. Da war der Weg für eine Anfrage zu einer gemeinsamen Aktion kurz. Der Wehrführer der Feuerwehr Wattenbek sagt dazu:“ Als die Inhaberin Kristina Dohrn mit der Idee auf uns zu kam, auf einem LKW für die Rettungsgasse Werbung zu machen und darauf hinzuweisen, waren wir absolut begeistert. Auch wir kommen immer wieder mit unseren Einsatzfahrzeugen in Situationen, bei denen die Autofahrer nicht immer wissen, wie sie sich verhalten sollen. Auf die Rettungsgasse hinzuweisen ist daher absolut in unserem Sinne“. Im Juli war es dann soweit und ein gemeinsames Fotoshooting wurde durchgeführt. Das Ergebnis kann man jetzt auf der Straße sehen. Die Bilder wurden auf den Auflieger eines der LKW angebracht und weisen somit täglich die Autofahrer auf die Rettungsgasse hin. Als Zusatz ist ein zum Nachdenken anregender Spruch zu lesen „Rettungsgasse ist kein Straßenname“, verbunden mit der Aufforderung „Mach mit und rette Leben“.

Die Feuerwehr Wattenbek möchte sich bei der Firma W. Gnutzmann recht herzlich für diese tolle Idee und Zusammenarbeit bedanken. Wir können dem Slogan „Mach mit und rette Leben“ nichts mehr hinzufügen.